Stadterlebnisse der Locals 5-Minute de lecture

Der Reiseführer durch die lokale Science-Fiction- und Fantasy-Galaxie in Luxemburg-Stadt!

Von Cosplay und Manga bis hin zu spezialisierten Buchhandlungen und Science-Fiction-Legenden – entdecken Sie Luxemburgs verborgenes Fantasy- und Sci-Fi-Universum. Jenseits der LuxCon erwarten Sie Hotspots der Geek-Kultur, leidenschaftliche Communities und überraschende Verbindungen zwischen Luxemburg und der Geschichte der Science-Fiction.


Das Mutterschiff

Warst du auf der LuxCon? Hast du all die Boba Fetts, Demon Slayers sowie Manga- und Disneyfiguren im Forum Geesseknäppchen gesehen und Fantasy- und Science-Fiction-Autoren, Künstler, Sammler und Cosplayer getroffen?

Wie jedes Jahr war ich dort, um meine geekige Seite auszuleben. Ich liebe es, zwischen Furries, Jedis und Prinzessinnen herumzulaufen und mich zu fragen, was sie nach der Convention machen – sitzen sie an Schreibtischen oder servieren sie Pommes? Wie schön, dass sie diese Seite von sich zumindest für ein Wochenende zeigen können und wie faszinierend, dass Menschen durch ihre Leidenschaften und ihre Fantasie mehrere Leben leben können.

Das ist es, was ich an diesem alternativen Universum am meisten liebe. Es ist nicht nur ein Blick in die Welten von Lucas oder Tolkien, sondern auch in die Welt jener Menschen, die diese Universen so sehr lieben, dass sie sie zu einem Teil ihres Lebens und sogar ihrer Identität gemacht haben.

Ich verließ die Veranstaltung mit einer Tasche voller Bücher, nachdem ich mit Darth Vader gesprochen, den Lorax umarmt und bei einem alten Arcade-Spiel ordentlich verloren hatte. Gleichzeitig verließ ich die LuxCon mit dem Wunsch, meine Entdeckungsreise durch das Reich der Science-Fiction und Fantasy fortzusetzen.

Die LuxCon muss nicht die letzte Grenze sein. Luxemburgs jährliches Science-Fiction- und Fantasyfestival ist das Mutterschiff – der Ort, an dem sich sowohl eingefleischte Fans als auch neugierige Entdecker des Genres treffen. Doch jenseits des Mutterschiffs gibt es eine ganze Galaxie weiterer Science-Fiction-Andockstationen zu entdecken, selbst im kleinen Universum Luxemburgs.

LuxCon 2026

Planeten mit nur einer Lebensform

Zum Glück gibt es in Luxemburg mehrere offensichtliche Anlaufstellen für alle, die tiefer in dieses Genre eintauchen möchten.

Fantasybox in Merl war einer der Vorreiter und feierte letztes Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Zeit in dem dicht gefüllten Laden zu verbringen, fühlt sich an wie eine Schatzsuche – man schlängelt sich durch enge Gänge, öffnet geheime Türen und schiebt versteckte Paneele zur Seite. Der Laden ist tatsächlich eine Schatzkammer und unglaublich vielfältig – ich ging mit einem Graphic Novel und einem Buch von Beatrix Potter nach Hause.

Ganz oben auf der Liste bekannter Planeten steht auch Le Réservoir. Versteckt in einem kleinen Durchgang in der Innenstadt, erstreckt sich diese Oase über mehrere Etagen. Durch die zentrale Lage ist es der Ort, an dem Jugendliche ihr Taschengeld ausgeben und Geburtstagsgeschenke kaufen, doch der Laden ist längst nicht nur für Kinder interessant. Er spricht alle Altersgruppen an und ist – wie die LuxCon selbst – ein Ort der Begegnung. Dort finden sogar regelmäßig Pokémon-Turniere statt!

Ein weiterer Planet auf unserer Karte ist die Manga Factory nahe dem Bahnhof. Obwohl sie vor allem als Manga-Paradies bekannt ist, findet man dort auch allerlei Merchandise abseits davon – von Stranger Things bis Assassin’s Creed.

FantasyBox, Le Rersevoir & Manga Factory

Biologisch vielfältige Planeten

Unsere Reise muss uns jedoch nicht nur in Spezialgeschäfte führen – auch die Buchhandlungen der Stadt laden zum Entdecken ein.

Tanya aus der englischsprachigen Ernster-Buchhandlung erzählt, dass ihr separates Science-Fiction-Regal schon immer sehr beliebt war. Sie verkauft jeden einzelnen Tag ein Exemplar von Pierce Browns Roman Red Rising aus dem Jahr 2014, und ihr persönlicher Favorit ist sogar noch älter: Douglas Adams’ Per Anhalter durch die Galaxis. Unter den neueren Büchern empfiehlt sie Andy Weirs Project Hail Mary sowohl eingefleischten Science-Fiction-Fans als auch Neulingen, da der Roman den Menschen gegen seine Umwelt antreten lässt und nicht gegen eine „böse Macht“. Als sie außerdem erwähnt, dass das Buch auch humorvoll sei, sage ich: „Beam mich zur Kasse, Scotty!“

Bei Alinea spreche ich mit Lara, die mir ihren persönlichen Lieblingsroman zeigt: Margaret Atwoods Der Report der Magd. In unserer Nähe hängt ein Schild, das angesichts aktueller Ereignisse und der beinahe prophetischen Wirkung von Atwoods dystopischem Roman besonders passend erscheint: „Die Abteilung für postapokalyptische Literatur wurde in die Rubrik Zeitgeschehen verschoben.“ Was Lara an diesem Buch liebt, ist, dass die Erzählerin trotz aller Widrigkeiten niemals aufgibt. Offred ist vielleicht keine typische Heldin, aber sie besitzt Mut und Stärke.

Auch wenn es wunderbar ist, lokale Geschäfte zu unterstützen, muss man keinen einzigen Cent ausgeben, um eine fantastische Reise zu erleben. Die Stadtbibliothek bietet Regale voller Science-Fiction, Fantasy, Graphic Novels, Manga, Hörbücher und DVDs – und mit einer kostenlosen Bibliothekskarte kann man bis zu vier Bücher gleichzeitig ausleihen.

Buchhandlungen & Stadtbibliothek

Die Ursprünge des Universums

Warum all diese Buchhandlungen? Sind sie nicht zu gewöhnlich für unsere Expedition? Tatsächlich könnte nichts passender sein, denn die Science-Fiction, wie wir sie heute kennen, begann mit einem Magazin des „Vaters der Science-Fiction“ – des Luxemburgers Hugo Gernsback.

Gernsback zog in die USA, als Papierherstellung und Druck günstiger wurden und die sogenannte „Pulp Fiction“ entstand. Als Technikbegeisterter nutzte er diese Entwicklung und gründete 1926 sein Magazin Amazing Stories. Zunächst veröffentlichte er darin Werke berühmter Autoren wie H. G. Wells, Jules Verne und Isaac Asimov, bevor er unbekannten Autoren eine Plattform bot und damit eine völlig neue Generation von Schriftstellern hervorbrachte.

Er hinterließ noch ein weiteres Vermächtnis: Die grafischen Illustrationen auf den Titelblättern seines Magazins prägten entscheidend die Ästhetik der Science-Fiction.

Ein Jahrhundert später existiert Amazing Stories noch immer. Seine anhaltende Beliebtheit – ebenso wie jene der LuxCon sowie der vielen Science-Fiction-Läden und Buchabteilungen in Luxemburg – sollte eine klare Warnung sein: Wer dieses Universum einmal betritt, kehrt womöglich nie wieder zurück!

(Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Englisch verfasst, mithilfe von KI übersetzt und von Mady Lutgen überarbeitet.)

Author portrait

Wendy Winn

Winn ist Schriftstellerin, Künstlerin und Radiomoderatorin und lebt seit über 35 Jahren in Luxemburg.