Klassische Illusionen?
Wofür steht die Klassik eigentlich? Unzweifelhaft für die Vorliebe für Rationalität und die Achtung vor den Gesetzen der Natur. Im 18. Jahrhundert verbreiteten die Ideen der Aufklärung eine neue Denkweise in ganz Europa, geprägt von wissenschaftlicher Erkenntnis und historischem Bewusstsein. Auch in den Künsten führte dies zu einem Wandel: Göttergestalten und fantastische Wesen traten in den Hintergrund, während Klarheit, Ausgewogenheit und eine schlichte, unmittelbare Ausdruckskraft in den Mittelpunkt rückten. Dieses Programm veranschaulicht diesen Geist auf eindrucksvolle Weise. Vanhal, Haydn und Mozart zählen zu den Wegbereitern eines klassischen Stils in seiner reinsten Ausprägung. Doch die Geigerin Lena Neudauer richtet den Blick auf das, was sich hinter dieser scheinbaren Strenge verbirgt, und lässt Leidenschaft und Ausdruckskraft die Oberhand gewinnen. Nicht ohne Grund gilt Jean-Baptiste Vanhal zugleich als einer der bedeutendsten Vertreter des Sturm und Drang – jener kurzlebigen, aber umso wirkungsvolleren Bewegung, die es wagte, die Disziplin zugunsten eines unmittelbareren emotionalen Ausdrucks infrage zu stellen. Ist das Bild des Klassizismus, das wir heute vor Augen haben, am Ende also nur eine Illusion?
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Donnerstag 04.03.2027
19H30
- 21H00
Klassische Illusionen? in Bildern
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