4.0435° S, 39.6682° N -Die Geburt einer Vision
Die der Künstlerin Mariko, dem Künstlernamen von Florence Combescure, gewidmete Ausstellung entfaltet sich als mentale Kartografie, in der Afrika, Asien und Europa in einem einzigartigen symbolischen Raum zusammenfinden. In ihrer skulpturalen Praxis wird die Reise nicht als physische Bewegung verstanden, sondern als kontinuierliche innere Migration durch Erinnerung, Kultur und Imagination. Visionen überlagern sich, Identitäten lösen sich auf, und hybride Formen entstehen, schwebend zwischen verschiedenen Welten.
Der konzeptuelle Ursprung der Ausstellung liegt in Mombasa, Kenia, wo die Künstlerin als Kind durch die Maasai-Gemeinschaft erstmals mit Ton in Berührung kam und ihre erste Skulptur schuf. Aus dieser grundlegenden Erfahrung entwickelte sich eine künstlerische Sprache, in der Materie zu einem Ort kultureller Übergänge und imaginativer Transformation wird.
Die Werke von Mariko gehören niemals einer einzelnen Tradition an. Die archaische und totemische Kraft afrikanischer Kunst verbindet sich mit der zurückhaltenden Spannung östlicher Ästhetik und der plastischen Sensibilität europäischer Skulptur und erzeugt Figuren, die sich jeder festen Kategorisierung entziehen. Genau in dieser Verschmelzung findet ihr Werk seine Kohärenz: eine visuelle Sprache, die Monumentalität und Zartheit, Ritual und Zeitgenossenschaft, ancestrales Gedächtnis und moderne Imagination vereint.
.Weibliche Figuren durchziehen ihr gesamtes Werk als sich entwickelnde Archetypen: die archaische und rituelle afrikanische Frau; die japanische Geisha, zwischen Disziplin und Mysterium schwebend; die introspektive europäische Figur; und das ferne Echo der amerikanischen Kino-Ikone — Verkörperung von Faszination, Inszenierung und konstruierter Identität. Diese Präsenz bleibt nicht getrennt, sondern verschmilzt und transformiert sich innerhalb der Skulpturen zu einer einzigen, universellen Figur jenseits kultureller Grenzen.
.Keramik, Bronze, Terrakotta und metallische Elemente treten in einen Dialog zwischen entfernten Welten. Dunkle, strukturierte Oberflächen evozieren eine materielle Sprache, in der archaisches Gedächtnis und zeitgenössische Sensibilität in ständiger Spannung koexistieren.
The Birth of a Vision entfaltet sich nicht als lineare Erzählung, sondern als Konstellation von Verbindungen und Kontaminationen, in der jede Skulptur zu einem Schnittpunkt zwischen Kontinenten, Kulturen und Imaginationen wird. Für Mariko ist Kunst der Raum, in dem diese Geografien zusammenfinden, sich auflösen und schließlich durch Materie Form annehmen.
Von Mittwoch 03.06.2026 bis Sonntag 13.09.2026
19H00
- 19H00
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