Melusina und Siegfried: Eine luxemburgische Liebesgeschichte
Manchmal erzählen Städte ihre Geschichte nicht nur durch Fakten und Daten, sondern auch durch Legenden. In Luxemburg lebt eine solche Erzählung bis heute weiter, eine Geschichte von Liebe, Vertrauen und einem Versprechen, das alles verändern sollte. Zwischen Felsen, Tälern und alten Gassen scheint diese Liebesgeschichte noch immer nachzuklingen. Sie erzählt von einer Begegnung, die stärker war als Vernunft, von einer Verbindung zwischen zwei Wesen aus unterschiedlichen Welten und von einem Moment, in dem Vertrauen zerbrach.
Historischer Ausgangspunkt
Graf Siegfried gilt als Gründer Luxemburgs. Im Jahr 963 tauschte er Ländereien und erwarb so den Bockfelsen über dem Alzettetal, auf dem er seine Burg errichtete. In diesem Zusammenhang wurde der Name „Lucilinburhuc“ (kleine Burg) erstmals erwähnt. Siegfrieds historische Rolle bildet den Ausgangspunkt für die weitere Erzählung.
Die Legende von Melusina
Es gibt unzählige Geschichten und Deutungen, so auch die folgende: Im Tal der Alzette folgte Siegfried den Tönen eines wundervollen Gesangs und begegnete einer geheimnisvollen Frau: Melusina. Sie sollte seine Frau werden, doch unter einer Bedingung: An Samstagen wünschte sie allein zu sein, und Siegfried durfte sie nie sehen. Als er diesen Schwur brach, entdeckte er Melusinas Geheimnis: Seine große Liebe war halb Mensch, halb Nixe. Daraufhin verschwand sie in den Fluten der Alzette und wurde Teil der Legenden Luxemburgs.
Seitdem erscheint Melusina alle sieben Jahre in menschlicher Gestalt über dem Bockfelsen, um die Vorübergehenden zu ihrer Erlösung aufzufordern. Geschieht dies nicht, versinkt die „Urmutter der Stadt“ erneut in den Tiefen des Felsens
Orte der Erzählung
Die Legende lebt weiter an Orten wie dem Tal der Alzette, dem Bockfelsen und den alten Befestigungsanlagen, die Siegfried und Melusina verbanden. Heute können Interessierte diese Orte auf einer geführten Tour erkunden und in die Geschichte eintauchen.
Zur geführten Tour „Siegfried und Melusina“