Shoah-Gedenkweg in der Stadt Luxemburg
Vergessen wir nie die Opfer der Shoah!
Der zweistündige Shoah-Gedenkweg in der Stadt Luxemburg bietet einen Einblick in die Vernichtung des jüdischen Lebens in Luxemburg durch Nazi-Deutschland.
MemoShoah Luxembourg asbl hat diesen Gedenkrundgang ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass das Schicksal der rund 4.000 jüdischen Frauen und Männer, die am Tag der deutschen Invasion in Luxemburg lebten, nicht in Vergessenheit gerät. Die Route führt an bekannten und weniger bekannten Orten vorbei, die im Zusammenhang mit der Shoah im besetzten Luxemburg eine wichtige Rolle gespielt haben.
Der Rundgang beginnt an der Gedenktafel im Glasbau des Hauptbahnhofs der Stadt. Von diesem Bahnhof aus wurden ab Oktober 1941 insgesamt 659 jüdische Frauen und Männer in acht Deportationszügen in verschiedene Ghettos und Vernichtungslager verschleppt. Die letzte der 9 Stationen des Gedenkpfades ist das Mémorial de la Shoah am Boulevard Roosevelt. Hier wird dem Schicksal aller jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Luxemburg gedacht. Das Mémorial de la Shoah besteht aus dem Kaddish-Denkmal und der Mauer der Namen, auf der die Namen von 1.225 jüdischen Menschen eingraviert sind, die die antisemitische Verfolgungspolitik Nazi-Deutschlands nicht überlebt haben.
Nach dem heutigen Stand sind 1.157 der ursprünglich 4.000 jüdischen Einwohner Luxemburgs dem Völkermord an den Juden, der „Shoah” (Holocaust), zum Opfer gefallen, und 68 Menschen verloren ihr Leben im Widerstand gegen Nazi-Deutschland oder unter anderen Umständen. Zusätzlich zu den 659 Menschen, die direkt aus Luxemburg in den Osten deportiert wurden, wurden etwa 600 jüdische Einwohner Luxemburgs aus Frankreich und Belgien in Vernichtungslager deportiert. Insgesamt wurden allein im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau rund 700 jüdische Menschen aus dem Großherzogtum Luxemburg ermordet.
Erst 2016 wurden die jüdischen Menschen Luxemburgs, die dem NS-Regime zum Opfer fielen, neben den beiden anderen lokalen Opfergruppen – den Zwangsrekrutierten und den Widerstandskämpfern – als gleichberechtigte Opfergruppe anerkannt.
Dauer
2 Stunden
Infos
Copyright: MemoShoah Luxembourg asbl.
1. Hauptbahnhof - Deportationen
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2. Hotel Perrin, ehemals Hotel Sélect, 9, rue de Strasbourg
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5. Villa Pauly: Ehemaliger Sitz der Gestapo
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7. Albert Nussbaum: Der Luxemburger Emigrationshelfer
Albert Nussbaum wurde am 4. Februar 1898 in Monneren in der Nähe der französischen Stadt Thionville geboren. Kurz nach seiner Geburt zog die Familie nach Differdingen, eine Kleinstadt im Süden Luxembu...
8. Standort der Synagoge von 1823
Im Jahre 1821 erwarb die jüdische Gemeinschaft in Luxemburg-Stadt ein Haus in der Rue du Séminaire, in dem nach den Vertreibungen der vergangenen Jahrhunderte die erste Synagoge Luxemburgs entstand. 1...
9. Shoah-Gedenkstätte (Mémorial de la Shoah), Boulevard Franklin D. Roosevelt
Die Shoah-Gedenkstätte besteht aus dem Kaddish-Denkmal und der Mauer zum Gedenken an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus (Mur en souvenir des victimes juives du nazisme), abgekürzt: Mauer der ...
Sehenswürdigkeiten auf der Karte
Audioguide
Der zweistündige Shoah-Gedenkweg in der Stadt Luxemburg bietet mittels Audioguide einen Einblick in die Auslöschung des jüdischen Lebens in Luxemburg durch NS-Deutschland.