CCRN_Van%20Reybrouck_main

David Van Reybrouck: Revolusi. Indonesien und die Entstehung der modernen Welt

David Van Reybrouck: Revolusi. Indonesien und die Entstehung der modernen Welt

Nachdem er mit Congo. Une histoire (2010) die Kolonialgeschichte des Congos beleuchtete, wendet sich David van Reybrouck in seinem neusten Werk Revolusi (2021, deutsche Übersetzung Suhrkamp Verlag, 2022) Indonesien zu. Im Gespräch mit William Irigoyen gewährt er uns Einblicke in diese neue geschichtliche Recherchearbeit.

Als Japan 1941 den Angriff auf Pearl Harbor startete, begann sich das historische Fenster für ein anderes Ereignis zu öffnen. Seit Jahrzehnten hatten Indonesier für die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Niederlande gekämpft, im August 1945 wurde sie vom späteren Präsidenten Sukarno proklamiert. Es folgte ein mehrjähriger, brutaler Krieg. Diese Revolusi war in zweierlei Hinsicht Weltgeschichte: Sie ergab sich aus einem globalen Konflikt und hatte globale Signalwirkung. Indonesien setzte sich an die Spitze der Dekolonisation, die bald auch Afrika erfasste und die politische Landkarte für immer veränderte. In Debatten um Kolonialverbrechen und die Rückgabe geraubter Kunstwerke beschäftigt sie uns bis heute.

David Van Reybrouck hat jahrelang recherchiert und mit fast 200 Zeitzeugen gesprochen. In Nepal interviewte er Gurkha-Soldaten, in Australien einen der wenigen indonesischen Kommunisten, die die Massaker 1965/66 überlebten, in Nordholland einen 1914 auf Sumatra geborenen Fürstensohn: Djajeng Pratomo ging zum Studium nach Leiden, schloss sich dem Widerstand gegen die deutsche Besatzung an und überlebte das KZ Dachau. Ihre Erinnerungen verknüpft Van Reybrouck zu einer historischen Erzählung, deren Sog man sich kaum entziehen kann.


David Van Reybrouck, geboren 1971 in Brügge, ist Schriftsteller, Dramatiker, Journalist, Archäologe und Historiker. 2011 gründete er die Initiative G1000, die sich in Belgien, den Niederlanden und in Spanien für demokratische Innovationen einsetzt. Sein Buch Kongo. Eine Geschichte wurde in 14 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis 2012 sowie dem Prix Médicis in der Kategorie “Essay”, und verschaffte Van Reybrouck internationale Anerkennung. Sein Buch Gegen Wahlen. Warum Abstimmen nicht demokratisch ist (Göttingen: Wallstein 2016) erhielt europaweit große Aufmerksamkeit. Die Bücher von David Van Reybrouch erscheinen in Deutschland im Suhrkamp-Verlag, in Frankreich bei Actes Sud.  


William Irigoyen, 1970 geboren, lebt als Journalist (Lire, Geo Histoire, Radio espace 2) und Moderator in Straßburg. Seit 2012 präsentiert er das internationale Reportermagazin „Reportage“ auf Arte. 


In französischer Sprache, Eintritt frei

Anmeldung erwünscht:

billetterie@neimenster.lu / +352 26 20 444

Mehr Infos: www.ipw.lu


Bildnachweis: David Van Reybrouck © Frank Ruiter / Suhrkamp Verlag


Organisiert vom Institut Pierre Werner unter der Schirmherrschaft der Belgischen Botschaft und in Zusammenarbeit mit der Fondation CANDIDA (unter der Ägide der Fondation de Luxembourg).

Unterstützung: neimënster und das Centre du Rencontres Belgo-Luxembourgeois

(Habay)

Useful information

Address

Institut Pierre Werner
28 rue Münster
L-2160 LUXEMBOURG

When

Saturday 22.10.2022
19H00 - 19H00

Map

Content provided by Echo.lu – Content non-binding and subject to change.

To advertise your event (taking place in the capital) in our calendar, register all the information on Echo.lu and display it on our agenda.

https://www.echo.lu